Steckbrief:

Gefieder weiß, nur Schwungfedern und Teil der Oberflügeldecken schwarz. Schnabel und Beine rot. Im Flug Hals gerade nach vorn gestreckt. Geschlechter nur sehr schwer zu unterscheiden, Schnabel des Männchens meist etwas länger und stärker. Jungvögel nach dem Ausfliegen nur während der ersten Wochen noch durch schwärzliche Schnabelspitze von den Altvögeln zu unterscheiden.

Foto: Reinald Bode


Körpermaße

Stehend etwa 80 Zentimeter hoch, 2600 bis 4400 Gramm schwer. Flügelspannweite bis zu 2 Meter, Schnabellänge 14-19 Zentimeter.

Verbreitung

Europa von Portugal im Westen bis etwa zum 40. Längengrad nach Osten. Nordgrenze entlang der Ostseeküste. Besiedelt auch Teile Nordafrikas und Kleinasiens. Kleine Brutpopulation in Südafrika.

Bestand

Weltweit etwa 166.000 Brutpaare (1994), davon rund 4.300 in Deutschland.

Bestandsentwicklung

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts sehr starker Rückgang vor allem in Westdeutschland, Frankreich, den Niederlanden und in der Schweiz (dort um 1950 vollständig erloschen). Ende der 80er Jahre beginnende Trendwende mit zunehmenden Bestandszahlen unter anderem in Spanien, Deutschland und Lettland. Regional auch Brutvogel durch Wiederansiedlung.

Wanderungen

Langstreckenzieher. Zwei Zugrouten: die westliche Population zieht meist über Gibraltar, die östliche über den Bosporus. Winterquartiere in West-, Ost- und Südafrika.

Lebensraum

Offene Landschaften wie Flussniederungen mit periodischen Überschwemmungen, extensiv genutzte Wiesen und Weiden, Kulturlandschaft mit nahrungsreichen Kleingewässern.

Nahrung

Kleinere Fische, Amphibien und Reptilien, Mäuse, Insekten und Larven sowie Regenwürmer spielen bei der Ernährung eine große Rolle. Wasserinsekten wie Schwimm- und Wasserkäfer, Larven von Libellen und Köcherfliegen stehen ebenfalls auf seinem Speiseplan.  

 

Schwarzstörche verschmähen auch Moose und Wasserpflanzen nicht.

Verhalten

Tagaktiv. Segelt nach Möglichkeit, Ruderflug schwerfällig. Nahrungserwerb im Gehen. Nistplatztreue. Das Männchen trifft vor dem Weibchen ein und besetzt möglichst das Nest vom Vorjahr. Heftige Kämpfe mit Besetzern vorjähriger Nester. Begrüßung des Partners mit Klappern des Schnabels. Außerhalb der Brutzeit in kleineren oder größeren Verbänden.

Fortpflanzung

Brütet auf Hausdächern, Türmen, Strommasten oder Bäumen. Nimmt künstliche Nestunterlagen wie Wagenräder gerne an. Brutzeit Anfang April bis Anfang August. Eine Jahresbrut. 3-5 (7) Eier. Beide Partner brüten. Brutdauer 32-33 Tage. Nestlingszeit: etwa 2 Monate. Futter (bei Trockenheit auch Wasser) wird im Kehlsack zum Nest getragen und ausgewürgt.

Alter

Ältester Ringfund 35 Jahre. Durchschnittsalter 8-10 Jahre.

 

Quelle:NABU

 

 

Zur Biologie des Weißstorches

 

Wir unterscheiden bei den Störchen zwischen Westziehern und Ostziehern. Die Westzieher fliegen nach Ende der Brutsaison gen Südwesten, bleiben teilweise bereits in Spanien (und ernähren sich dort u.a. auf den riesigen Müllkippen) oder fliegen sonst weiter über die Meerenge von Gibraltar und überwintern in Westafrika.

        

Die Ostzieher fliegen gen Südosten, überqueren die Meerenge des Bosporus, fliegen durch die Türkei, Israel, Ägypten und überwintern in Mittel- oder Südafrika. Dabei legen sie mehr als 10.000 km zurück.

        

Die ersten Störche erscheinen dann im nächsten Jahr bereits im Februar oder Anfang März bei uns. Von Spanien brauchen sie nur gut 14 Tage. In den letzten Jahren treffen sie immer früher ein. Die Ostzieher mit dem langen Weg kommen frühestens im letzten Märzdrittel. Störche, die erst im Mai oder noch später eintreffen, sind oft noch nicht ganz brutreif. Die meisten jungen Störche bleiben die Jahre bis zum Einsetzen der Brutreife in ihrem Winterquartier.

        

Die Brutreife der Störche verlagert sich immer weiter nach vorn. Schritten vor dreißig Jahren viele Vierjährige und einige Dreijährige erstmals zur Brut, so findet man seit einigen Jahren auch Zweijährige unter Ihnen.

        

Störche sind nesttreu, nicht aber lebenslang partnertreu. Dabei kann es auch vorkommen, dass über mehrere Jahre ein Partner oder auch beide zu dem selben Nest zurückkehren.

        

Störche legen im Schnitt 3 bis 5, selten auch mal 6 Eier. Sie werden in 32 Tagen - von beiden Eltern abwechselnd - ausgebrütet. Damit legt die Natur erst einmal vor. Nahrungs- und Witterungsbedingungen sind dann entscheidend dafür, ob und wie viele Junge tatsächlich groß werden. Gut zwei Monate nach dem Schlüpfen machen die Jungen ihre ersten Flugversuche. Sie brauchen dann auf jeden Fall noch 2 Wochen, um fit zu werden für die große Reise, bleiben aber meistens noch länger in Nestnähe. Jungstörche ziehen fast immer vor ihren Eltern ab, d.h., die Flugrichtung ist in ihrem Erbgut verankert. Sie kann aber auch durch den Anschluss an andere ziehende Störche beeinflusst werden.

        

Störche brauchen für ihre Nahrung Feuchtwiesen, die möglichst extensiv bewirtschaftet werden, und flache Gewässer. Durch den Rückgang der Nahrungsflächen hat sich der Storchenbestand in den alten Bundesländern bis Anfang der Neunziger Jahre stark verringert. Erst 1993 gab es erstmals wieder eine leichte Aufwärtsentwicklung. Seitdem ist der Bestand in etwa stabil geblieben. Die zunehmende Aufgabe der Milchviehhaltung, verbunden mit dem Umbrechen von Grünland, bringt aber in den nächsten Jahren einen weiteren Verlust von wichtigen Nahrungsflächen für den Storch mit sich.

        

Die Hauptnahrung der Jungstörche besteht in den ersten drei Lebenswochen vor allem aus Regenwürmern (!), Kerbtieren und Schnecken. Später kommen dann Mäuse, Frösche, Schlangen, Fische, Heuschrecken u.a. hinzu. Für unsere Breiten gilt: ein “gutes” Mäusejahr ist auch ein gutes Storchenjahr.

        

Der tägliche Nahrungsbedarf eines Jungstorches in der Haupt-Wachstumsphase (5. - 7. Woche) beträgt ca. 1000 Gramm. Ein erwachsener Storch benötigt ca. 500 Gramm.

        

Störche können in freier Wildbahn manchmal über zwanzig Jahre alt werden. In den neuen Bundesländern schaffte ein Weibchen sogar 33 Jahre.

        

Besonders gefährdet sind die Störche bei uns durch den Autoverkehr, Stromleitungen, Strommasten und Wohlstandsmüll. Auch auf dem Zug und in den Überwinterungsgebieten gibt es erhebliche Verluste.

        

Seit einigen Jahren werden die Jungstörche im Nest wieder bei uns beringt. Dadurch können später wichtige Erkenntnisse über die Lebensgeschichte, Nestzugehörigkeit, Nahrungsflächen und Zugrouten gewonnen werden.  

QUELLE: http://www.stoerche-celle-gifhorn.de/html/biologie.html (H.J.Behrmann) 



 

 

 

 

Foto: Reinald Bode

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



























































































































































































 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




 





Aktualisiert am: 18.06.2019



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