Weißstorch gefährdet

Interessengemeinschaft „Storchennest“ in Wehrendorf wehrt sich gegen Biogasanlage 

                  

Wehrendorf. Mit einem Brief an Landrat Manfred Hugo hat die Interessengemeinschaft Storchennest gegen die mögliche Errichtung einer Biogasanlage und eines Maststalls an der Bohmter Straße in Wehrendorf unweit des Storchenhorstes protestiert.         

In dem Schreiben wird daran erinnert, dass die Interessengemeinschaft aktuell weitere Storchennester, sprich Nistmöglichkeiten, für den Weißstorch schaffen werde. Überregional beworbene Rad- und Wanderwege führten am Storchennest vorbei. Und auch die historische Allee zum Schloss Hünnefeld befinde sich in unmittelbarer Nähe der geplanten Anlagen. Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen sei ebenso zu erwarten wie weitere Lärmbelästigungen für die Anlieger des Bereiches „Auf der Masch“ und für den gesamten Ort Wehrendorf.

Die Frage wird gestellt, ob für eine solche Anlage der komplette Bereich trockengelegt werden solle. Wenn trockengelegt werde, verlieren „Tiere ihren Lebensraum, der Grundwasserspiegel senkt sich beträchtlich, und in unmittelbarer Nähe befindliche Häuser und Gebäude können durch herbeigeführte Absenkungen Schäden erleiden“. Wörtlich heißt es weiter: „Wer bezahlt den Anwohnern den materiellen Verlust ihrer Immobilien, Grundstücke, den Wert der unverkäuflichen Baugrundstücke (über Generationen vererbte Sicherheiten), denn eine bundesweite Studie hat ergeben, dass alle in der Nähe befindlichen Werte und Güter bis zu 60 Prozent ihres Wertes verlieren, Baugrundstücke sogar unverkäuflich werden. In Einzelfällen geht dies bei einigen Anliegern in die Hunderttausende. Wir haben weiter Bedenken, dass im Umfeld der Anlage eine Monokultur entsteht und der gesamte ländliche Raum, Landschaftspflege und die Erhaltung von bäuerlicher Kultur vernichtet wird.“

Der Bau einer Biogasanlage sei durchaus an einem anderen Standort möglich. So habe der Antragsteller von sich aus Alternativen angeboten. In der jüngsten Sitzung des Ortsrates war die Biogasanlage das Hauptthema. Dabei wurde von einem Gemeindevertreter betont: Grundsätzlich gelte das Bauvorhaben als privilegiert, da es sich um eine Biogasanlage handele, und diese vom Bundesgesetzgeber besonders bevorzugt werden.

Einwände gegen die Genehmigung des Bauantrages würden nur dann zum Tragen kommen, wenn Grundsätze des Natur- und Denkmalschutzes oder der Landschaftspflege beeinträchtigt werden. Fragen der Verkehrssicherheit und Lärmbelästigung spielen ebenfalls eine Rolle.

Die Interessengemeinschaft fragt grundsätzlich, warum „eine solche Anlage nicht im Gewerbe- und Industriegebiet errichtet werde oder an anderen vom Antragsteller vorgeschlagenen Standorten, sondern da, wo der Weißstorch seit über 20 Jahren brütet“.

Nach Informationen unserer Zeitung sind Biogasanlagen in Wehrendorf, auf dem Essenerberg und in Wittlage geplant.

 

 




Aktualisiert am: 14.05.2019


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